Was ist Dein persönliches Verhältnis zum Tribehouse?
Ein Junge, den ich nicht kannte, hat mal zu mir gesagt, du gehörst hier dazu. Da war ich erstaunt, aber es stimmt.

Was hast Du am Morgen nach deinem ersten Besuch im Tribehouse gedacht?
Da sind sie wieder, meine Feierfreunde aus vergangenen Tagen, aus dem Spaceclub in Bensberg oder dem Warehouse in Köln. Insbesondere in Bensberg war ja der Ursprung der Szene. Da haben Ende der 80er ungefähr 150 Leute aus ganz NRW zu Acid-House gefeiert, so fing alles an.

Warum hast du das Tribehouse überhaupt besucht?
Ich mag das Tribehouse, weil ich es liebe, zu tanzen und zu feiern. Ich sehe das auch nicht so kompliziert. Ich finde die Musik gut, die Location auch, deshalb war ich da jahrelang Gast.

Was ist besser: Unten oder oben?
Es gibt Leute, die schwören auf den kleinen Club oben. Mir ist das nicht so wichtig. Wenn unten ein toller DJ aufgelegt hat, war da bessere Luft und auch mehr zum Platz zum Tanzen.

Du kennst den Club seit vielen Jahren. Die Türpolitik der letzten Jahre ist für viele ein Thema – auch für dich?
Ja, absolut. Zu aller erst möchte ich sagen: Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Atila, er ist immer freundlich und professionell. Aber wenn vier coole Jungs ohne Begleitung und als Gruppe nicht reinkommen, nur weil keine Mädels dabei sind, ist irgend etwas falsch gelaufen. Irgendwann stand ich im Club mit 70 Prozent Mädels. Das war ein Fehler. Auch wenn der Laden voll war. Dann in den letzten Jahren sollten es immer nur Gäste mit dem Superstyle sein. Mode ist die eine Sache, aber manchmal steckt hinter einer nicht im gängigen Style gekleideten Person auch die richtige Message für die Party. Es ist einfach immer sehr schwer, den Menschen nur vom rein optischen Eindruck zu beurteilen. An der Türe geht es halt meistens nur ums Äußere.

Der Kult-Club Tribehouse und die Schließung. Wie groß ist der Verlust?
Legendäre Clubs habe ich schon einige kommen und gehen sehen: Ratinger Hof, Spaceclub, Yakoto, Warehouse. Die gab es zwar alle nicht so lange wie das Tribehouse. Und klar, bin ich traurig, dass diese Ära zu Ende ist, aber es geht immer weiter, wenn auch anders. Schließt sich eine Türe, geht eine andere auf.

BEA

  • Geboren: in the Seventies
  • Gast seit 1994
  • Beruf: Make-up Artist